Ehapa Verlag

Onkel Dagobert
Sein Leben, seine Milliarden

Text

Don Rosa

Zeichnungen

Don Rosa

Inking

-

Übersetzung

Peter Daibenzeiher, Michael Nagula

Lettering

Anette Zahl, Dianna Stephens

EVT

?

Kolorierung

Don Rosa ?

Seitenzahl

432 Seiten

Redaktion

Wolf Stegmaier

Preis

19 Euro (ISBN 3-7704-0389-4)

 
Inhalt

Dieser Band sammelt die erstmals in der "Micky Maus" und später in mehreren Bänden bei Ehapa erschienen Geschichten von Don Rosa. In zwölf Haupt- und sechs Zusatzkapiteln erzählt Don Rosa vom Leben und den Abenteuern der reichsten Ente der Welt. Von der ärmlichen Jugend in Schottland und dem berühmten ersten Zehner über Erlebnisse auf dem Mississippi, vom einfachen Cowboy-Leben über erste Schüprfarbeiten nach Edelmetall (allerdings Kupfer) und verschiedenen anderen Abentuer auf fast allen Kontinenten zum schließlich Reichtum durch Gold und dem Ansiedeln in Entenhausen geht es. Dabei begegnen wir allerlei alten Bekannten bzw. ihren Vorfahren und lernen manchen Hintergrund über ihre Freund- viel öfter aber Feindschaft mit "Bertel". Don Rosa erzählt auf Basis von Anekdoten, Dagobert von seinem Erfinder Carl Barks in den Mund gelegt, vermischt mit geschichtlichen Fakten wie aus einem unschuldigen kleinen Entlein die reichste, aber auch geizigste und griesgrämigste Ente der Welt wurde, die so vielen von uns am Herzen liegt. Zusätzlich enthält der Band ein Vorwort über den Autor und erklärende Einleitungen zu jedem Kapitel von Don Rosa selbst.


Fazit

Zuallererst muss ich meine Voreingenommenheit gestehen. Schon als Kind und treuer "Micky Maus"-Leser fesselten mich diese Geschichten über Onkel Dagoberts Jugend ungemein und ich kennzeichnete jedes Heft, dass sie enthielt. Daher liebe ich auch diese endlich erschienene Sammlung. Vor dem Wort "komplett" vor "Sammlung" schrecke ich zurück, da Don Rosa erklärt, sein Plan sei es, immer wieder Zwischenkapitel einzufügen, wie die bereits im Band enthaltenen. Eine Drohung, die er hoffentlich wahrmacht. Don Rosas Geschichten sind voller Humor und Spannung, letzteres eine bemerkenswerte Leistung dafür, dass jeder weiß, dass Dagobert noch "lebt". Sie erzählen so lebendig Geschichte nach, dass mancher Lehrer sich meines Erchtens die Lektüre als Fortbildungsurlaub anrechnen lassen könnte. Liebevoll kümmert er sich um seine Figuren, lässt sie sich verlieben (Nachwuchs in Form eines cholerischen Neffen ist deutlich angedeutet) und manche sogar sterben. Besonders letzteres ist wohl eher ungewöhnlich für Disney-Comics, wird aber von Don Rosa sehr behutsam dargestellt. Diese Sorge um seine Figuren und die sorgfälitg vorbereitete Wandlung vom fröhlichen naiven Kind zum griesgrämigen Erwachsenen verleihen Dagobert eine beachtliche emotionale Tiefe. Zumindest ich kann jetzt nachvollziehen, dass er jeden einzelnen Taler so sehr liebt, denn sie erzählen (und jetzt nicht mehr nur ihm) die Geschichte seines Lebens. Da ich persönlich nicht viele Barks'schen Originale kenne, weiß ich nicht, ob und wie die Geschichten Puristen des einzig wahren Duck-Biografen gefallen. Aber für sich stehend ist es ein großartiges Werk, dass zum wiederlesen einlädt. Außerdem lobend zu erwähnen sind die Einleitungen jedes Kapitels. Hier gewährt uns Don Rosa einen Einblick in die Äußerungen Dagoberts über seine Abenteuer bei Barks und die geschichtlichen Hintergründe, die Basis seiner Version von Dagoberts Leben waren. Diese Erläuterungen sind hochinteressant und erlauben uns einen schönen Blick auf Don Rosas kreativen Prozess. Ein Streitpunkt könnten die Zeichnungen sein. Sie sind beim aus den Underground-Comix stammenden Don Rosa etwas schraffierter, "schmutziger" als woanders. Aber ich mag die Zeichnungen und ganz besonders die Geschichte und freue mich auf den Tag, an dem meine Erinnerung an "Sein Leben, seine Milliarden" geschwächt genug ist, dass Don Rosa ihm wieder auf die Sprünge helfen muss.

(10 Punkte)
So bewerten wir

 

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