Hulk Special

The incredible Bruce Jones

Mit The incredible Hulk #34 begann ein neuer Autor die Arbeit an der Serie: Bruce Jones
Bruce JonesJones verdiente sich seine ersten Sporen als Comickreativer in den '70er Jahren bei der Serie Red Sonja, damals zeichnete er selbst noch, doch irgendwann kam er mit dem Zeitdruck nicht mehr klar und er beschränkte sich auf das Schreiben von Comics vor allem auch weil er aus dem Haus gehen kann und trotzdem seinen Job machen kann, wie er selbst sagt. Das war auch die Zeit als er den Autorenposten der Marvel-Serien Conan und Ka-Zar übernahm. Während er immer noch gelegentlich Comics für Marvel oder Dark Horse schrieb, begann er für den Fernsehsender HBO zu arbeiten und schrieb auch einige Novellen.
The incredible Hulk #34Er hatte nicht mehr sehr viel mit Comics zu tun. Doch so ganz kam er nicht davon weg und schrieb für DC/Vertigo (zum Beispiel Finch) mit seinen alten Kollegen Richard Corben und Bernie Wrightson. Bei Vertigo lernte er schließlich auch den Redakteur Alex Alonso kennen, der Bruce Jones später nochmals zu Marvel brachte.

Alonso, der nun Redakteur bei Marvel war, rief Jones eines Tages an und fragte ihn ob er nicht einige Ausgabe für Spider-Man: Tangled Web schreiben wolle, so geschah es auch und Alonso mochte das Ergebnis so, dass er Jones die Serie The incredible Hulk anbot. Ziemlich überraschend, wenn man bedenkt dass Bruce Jones eigentlich ein Horror-Spezialist ist.
In seiner ersten Hulk Ausgabe überraschte Jones schließlich alle, er begann mit einer neuen Story, in der der Hulk beschuldigt wird einen kleinen Jungen umgebracht zu haben. Bruce Banner ist auf der Flucht vor der ganzen Welt und auch vor der Bestie in ihm, dem Hulk. Banner zieht durch Amerika und steht immer wieder seinen Verfolgern gegenüber, auch Doc Samson trifft er wieder. Ein weiteres Geheimnis stellt Banners "Chat-Partner" Mr. Blue da, der ihm immer wieder vor Gefahren warnt. Die Identität des Mannes (oder der Frau??) bleibt jedoch ungewiss und es bleibt viel Platz zum rätseln.
Jones lässt die Serie irgendwie erwachsener wirken, die Zeiten als sich der grüne Gigant mit irgendwelchen Superschurken sinnlos herumprügelte scheint erstmal vorbei. Manche Fans finden das allerdings ziemlich mies, so kann man auf der Leserbriefseite immer wieder Proteste lesen von aufgebrachten Lesern. Das Hauptteil der Kritik beschränkt sich darauf, dass der Hulk einfach nicht vorkommt und stattdessen die Geschichte um Bruce Banner gesponnen wird mit dem Argument "Hey, die Serie heißt doch Hulk oder nicht?", viele vergleichen die Serien nun sogar mit der alten Fernsehserie mit Bill Bixbie. The incredible Hulk #36Kann man sehen wie man will, "Hulk" steht vielleicht auf dem Cover, doch sollten Comics deswegen immer die gleichen Geschichten haben? Ich denke das wäre af die Dauer doch ziemlich eintönig und langweilig, die meisten werden glücklich über den Wegfall des reinen "Hulk Smash"-Daseins der Serie sein. Natürlich gehört der Hulk zur Serie, doch ist es denn wirklich so schlimm wenn der Hulk ein paar Ausgaben nicht vorkommt?
Ihr werdet euch vielleicht fragen: Na, wo ist denn der Hulk überhaupt? Bruce Banner versucht mit Hilfe von Meditation den Hulk so gut es geht einzudämmen um Katastrophen zu verhindern, auch wenn es es nicht immer funktioniert. Das sind die Moment in denen man sich umso mehr freut wenn der Hulk ins Geschehen tritt, wenn auch ohne Haare. Ja, auch das ist etwas dass vielleicht nur eine Kleinigkeit ist, aber dennoch ziemlich ungewöhnlich für ein klassisches Marvel Comics. Bruce Banner rasiert sich nämlich eine Glatze um unerkannt zu bleiben, daraus ergibt sich ein nette Szene als der Hulk in sein Spiegelbild sieht und sich wunder wo denn seine Haare nun sind.

Einen wichtigen Faktor darf bei all dem Können von Bruce Jones allerdings nicht vergessen werden: Er hat mit John Romita jr. einen der besten Zeichner von Marvel an seiner Seite. Wie sehr Jones ihn respektiert kann man daran erkennen, dass er mit Hulk aufhören will wenn Romita und Alonso seine Stories langweilig und nervig finden. So wie es aussieht wird das noch ein wenig dauern und die aufgeschlossenen Leser können sich auf einige der besten Hulk-Geschichten seit Peter David freuen. Für die deutschen Fans bleibt zu hoffen, dass Marvel Deutschland der Serie doch noch eine Chance gibt.